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Vielleicht kann EUCH die alte, vermoderte und nicht ganz geruchfreie Mumie einige Informationen liefern, von den man vielleicht im persönlichen Leben etwas wissen sollte.
Bedarf der Abschluss eines Kaufvertrags einer besonderen Form?
Nein, der Kaufvertrag bedarf grundsätzlich keiner besonderen Form. Er kann also grundsätzlich in jeder Form (mündlich, schriftlich oder durch schlüssiges Verhalten) abgeschlossen werden. Nur ausnahmsweise schreibt das Gesetz beim Abschluss des Kaufvertrags eine bestimmte Form vor.
Bis zu welchem Alter kann eine Person unter keinen Umständen einen wirksamen Kaufvertrag abschließen? Keinen wirksamen Kaufvertrag kann ein Kind abschließen, das das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das Kind ist geschäftsunfähig. Vgl. § 104 Abs. 1 Nr. 1 BGB.
Führt jeder Verstoß gegen eine gesetzliche Verbotsregelung zur Nichtigkeit des Kaufvertrags? Nein. Bei der jeweiligen gesetzlichen Verbotsregelung ist der vom Gesetzgeber verfolgte Zweck zu prüfen. Nur wenn ein Interesse der Allgemein besteht, dem Kaufvertrag die Gültigkeit zu versagen, ist von der Unwirksamkeit auszugehen. So hat beispielsweise ein Kaufvertrag, der gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, dann nicht die Unwirksamkeit zur Folge, wenn das gesetzliche Verbot nicht den Inhalt, sondern nur die Zeit, in der das Geschäft getätigt wurde, untersagt. So ist also der Einkauf von Lebensmitteln auch dann wirksam, wenn er außerhalb der gesetzlich festgelegten Ladenschlusszeiten erfolgt.
Für welche Kaufverträge ist gesetzlich eine besondere Form vorgeschrieben?
· Der Grundstückskaufvertrag bedarf der notariellen Beurkundung. Vgl. § 311b Abs. 1 Satz 1 BGB.
· Ein Kaufvertrag, durch den sich der Verkäufer verpflichtet, sein gesamtes gegenwärtiges Vermögen oder einen Bruchteil seines gegenwärtigen Vermögens zu übertragen oder mit einem Nießbrauch zu belasten, bedarf der notariellen Beurkundung. Vgl. § 311b Abs. 2 BGB.
· Ebenfalls der notariellen Beurkundung bedarf der Kaufvertrag, durch den der Erbe die ihm angefallene Erbschaft verkauft. Vgl. § 2371 BGB.
· Der Schriftform bedarf der Kaufvertrag, wenn dem Käufer (Verbraucher) ein Zahlungsaufschub von mehr als drei Monaten oder eine sonstige entgeltliche Finanzierungshilfe gewährt wird. Vgl. § 499 Abs. 1 BGB.
· Auch Ratenlieferverträge (z.B. Abonnement) bedürfen der Schriftform. Vgl. § 505 Abs. 2 BGB.
Kann der Minderjährige wirksam einen Kaufvertrag abschließen, wenn er sich verpflichtet, den Kaufpreis mit seinem Taschengeld in Raten zu entrichten? Nein, ein entsprechender Kaufvertrag ist immer schwebend unwirksam. Sobald aber der Minderjährige die letzte Rate bezahlt hat und die geschuldete Leistung damit insgesamt erbracht hat wird der Kaufvertrag auch ohne Genehmigung der Eltern rückwirkend wirksam.
Kann die Nichtigkeit eines durch eine geschäftsunfähige Person abgeschlossenen Kaufvertrags nachträglich durch die Genehmigung der Eltern geheilt werden? Nein
Kann ein Kaufvertrag, der gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, wirksam abgeschlossen werden? Nein. Ein Kaufvertrag, der gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, ist nichtig. Vgl. § 134 BGB.
Unter welchen Umständen kann ein Kaufvertrag nichtig sein? In Betracht kommen vor allem persönliche Mängel der Vertragspartner (z. B. Geschäftsunfähigkeit), formelle Mängel (z. B. Nichtbeachtung der gesetzlich vorgeschriebenen Form für den Kaufvertrag) und inhaltliche Mängel (z. B. Wucher oder Verstöße gegen ein gesetzliches Verbot).
Wann ist eine ``Ausbeutung'' der Zwangslage, des mangelnden Urteilsvermögens oder der erheblichen Willensschwäche gegeben? Ausbeutung ist gegeben, wenn der Verkäufer die Zwangslage, Unerfahrenheit den Mangel an Urteilsvermögen oder die erhebliche Willensschwäche des Käufers bewusst ausnutzt, um einen übermäßigen gewinn mit dem Geschäft zu machen.
Wann liegt beim Käufer eine ``erhebliche Willensschwäche'' vor? Erhebliche Willensschwäche ist fehlende oder verminderte Widerstandsfähigkeit. Eine Willensschwäche kann bei Alkohol- oder Drogenabhängigen gegeben sein, unter Umständen sogar beim Vorliegen eines ``psychischen Kaufzwangs''.
Wann liegt beim Käufer eine ``Unerfahrenheit'' vor? Unerfahrenheit liegt insbesondere vor, wenn es dem Käufer an Lebens- oder Geschäftserfahrung mangelt (z. B. bei Aussiedlern oder älteren Menschen).
Wann liegt ein Wuchergeschäft vor?
Wucher liegt vor, wenn
· der Kaufvertrag ein auffälliges Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung beinhaltet und
· der Verkäufer die Zwangslage, die Unerfahrenheit, den Mangel an Urteilsvermögen oder die erhebliche Willensschwäche des Käufers ausbeutet. Vgl. § 138 Abs. 2 BGB.
Wann mangelt es dem Käufer am ``Urteilsvermögen''? Mangelndes Urteilsvermögen ist gegeben, wenn der Käufer nicht fähig ist, die wirtschaftlichen Folgen des Kaufvertrags richtig zu beurteilen, also die Vor- und Nachteile des Geschäfts richtig gegeneinander abzuwägen.
Wann verstößt ein Kaufvertrag gegen die guten Sitten?
Sittenwidrigkeit liegt insbesondere vor,
· wenn eine Vertragspartei des Kaufvertrags ihre Macht- oder Monopolstellung ausnutzt,
· bei Knebelungsverträgen,
· bei Kaufverträgen, die mit Steuerhinterziehungsabsicht geschlossen werden.
Welche Folgen hat der Abschluss eines Kaufvertrags durch eine geschäftsunfähige Person? Die Willenserklärung eines Geschäftsunfähigen ist nichtig; vgl. § 105 Abs. 1 BGB. Der Kaufvertrag ist also nichtig und entfaltet keine Rechtsfolgen.
Welche Folgen hat ein sittenwidriger Kaufvertrag? Der Kaufvertrag ist nichtig. Vgl. § 118 BGB. Aus dem Kaufvertrag entstehen also für Verkäufer und Käufer weder Rechte noch Pflichten. Der Käufer muss die gekaufte Ware nicht abnehmen und den Kaufpreis nicht bezahlen.
Welche Folgen hat es, wenn der Kaufvertrag der gesetzlich vorgeschriebenen Form nicht entspricht? Die Nichtbeachtung der gesetzlich vorgeschriebenen Form führt regelmäßig zur Nichtigkeit des Kaufvertrags. Vgl. § 125 Satz 1 BGB. Aus dem Kaufvertrag entstehen also für Verkäufer und Käufer weder Rechte noch Pflichten. Der Käufer muss die gekaufte Ware nicht abnehmen und den Kaufpreis nicht bezahlen.
Welche Folgen hat es, wenn ein Kaufvertrag nichtig ist? Kaufverträgen, die wegen gesetzlicher Regelungen nichtig sind, versagt das Gesetz jede Wirkung. Sie entfalten keine Rechtsfolgen. Kein Partner des Kaufvertrags, also weder der Verkäufer noch der Käufer, können sich auf den Vertrag berufen. Aus dem Kaufvertrag entstehen also für Verkäufer und Käufer weder Rechte noch Pflichten. Der Käufer muss die gekaufte Ware nicht abnehmen und den Kaufpreis nicht bezahlen.
Welche gesetzlichen Verbote bewirken die Nichtigkeit des Kaufvertrags? Verbotene Kaufverträge enthalten Vereinbarungen, die unsere Rechtsordnung wegen ihres Inhalts oder wegen der Umstände ihres Zustandekommens untersagt. Verbotsregelungen enthalten insbesondere das Strafgesetzbuch (z. B. Verbot der Hehlerei). Verboten ist aber etwa auch die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneien ohne Rezept; mithin ist ein entsprechender Kaufvertrag nichtig.
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